SMPV ‒ der Weg zur Musik
Schweizerischer
Musikpädagogischer Verband
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Alle Bereiche der Musikpädagogik zusammenfassen

Die International Society for Music Education (ISME) wurde 1953 im Rahmen eines von UNESCO und IMR (Internationaler Musikrat) veranstalteten Symposiums gegründet. Sie ist heute eine weltweit tätige Organisation, in der über 30 Länder repräsentiert sind. Eine Vorstellung von der Breite ihrer Aktivitäten geben die mittlerweile 7 spezialisierten Fachkommissionen der ISME, welche die Bereiche Community Music Activity, Early Childhood Music Education, Education of the Professional Musician, Music in Cultural, Educational and Mass Media Policies, Music in Schools and Teacher Education, Music in Special Education, Music Therapy and Music Medicine, sowie Research abdecken. Es ist unmöglich, die äusserst weitgefächerten Tätigkeiten der ISME hier vollständig aufzulisten. Sylvia Schwarzenbach bringt das zentrale Anliegen der Organisation folgendermassen auf den Punkt: «Ich spreche gerne von einem umbrella – einem Schirm, der alle Bereiche der Musikpädagogik vom Frühkinder- bis zum Erwachsenenunterricht und bis zur Berufsausbildung zusammenfasst. Der internationale Austausch wird gefördert, Pädagogen aus aller Welt kommen zusammen. Dabei wird die gesamte Musikkultur mit ihren verschiedenen Normen der Musikerziehung miteinbezogen, nicht nur die europäische Kultur.»

Dieser Austausch geschieht vor allem an den zweijährlich stattfindenden Weltkongressen der ISME. Diese bieten neben einem grossen Angebot an Vorträgen, Seminaren, Symposien und Konzerten auch Gelegenheit zum Knüpfen beruflicher Kontakte und internationaler Netzwerke. Von besonderem Interesse für Instrumental- und Gesangslehrpersonen ist das 2008 eingeführte Forum for Instrumental and Vocal Teaching, welches jeweils 2 Tage vor dem Kongress startet, während der Woche weiter läuft und sich speziell Fragen des Einzel- und Kleingruppenunterrichts widmet.

Engagement für die ISME seit 1976

Sylvia Schwarzenbachs Verbundenheit mit der ISME geht auf das Jahr 1976 zurück, als sie in Montreux zum ersten Mal an einem Kongress der ISME teilnahm. Die heute pensionierte Berner Klarinettistin, die seit 1965 am Konservatorium Bern unterrichtete und seit 1976 als Dozentin für Holzbläsermethodik an der Musikhochschule tätig war, liess seither kaum einenKongress der ISME aus. Zunächst in der französischen ISME organisiert, vertrat sie die Schweiz ab 1994 im Rahmen einer Arbeitsgruppe des Schweizer Musikrats (SMR). 1996 wurde sie in den Vorstand der ISME gewählt und hatte diese Funktion während zwei Amtszeiten inne. Ihre Ernennung zum «honorary life member», eine Ehrung, die bisher nur 14 Personen zuteil wurde, widerspiegelt indessen ein Engagement, welches weit über diese Funktionen hinausgeht und welches Sylvia Schwarzenbach, die daneben auch noch Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Musikmedizin (SMM) ist, auch nach ihrer Pensionierung wie selbstverständlich weiterführt. Insbesondere widmet sie sich der weiteren institutionellen und internationalen Vernetzung von ISME; entsprechende Reisen führten sie u.a. nach Ägypten, Abu Dhabi, Bahrain, Oman, Brasilien, Ungarn, Tschechien, Litauen und Rumänien, und letztes Jahr nach Indien und Syrien.

Viele Möglichkeiten für Studierende

Ein besonderes Anliegen innerhalb der ISME war und ist es Sylvia Schwarzenbach, dass Studierenden und jüngeren Kollegen ein Podium geboten wird. So können Studierende an den Kongressen zum Beispiel Vorträge halten und diese mit hochkarätigen Fachleuten diskutieren. «Gerade in Hinblick auf die durch die Bolognareform entstandenen Anforderungen scheint mir das eine wichtige Möglichkeit», so Schwarzenbach. Die ISME bietet ausserdem eine spezielle Mitgliederkategorie für Studierende an. Als Sylvia Schwarzenbach noch als Dozentin an der Berner Musikhochschule unterrichtete, nahm sie mehrmals Studierende an ISME-Kongresse mit. «Die waren hell begeistert. Als sie zurückkamen, veranstalteten sie dann jeweils Workshops mit den Inhalten, die sie am Kongress kennengelernt hatten und die sie nun selber praktisch vermitteln sollten. Gleichzeitig übten sie dadurch noch das Organisieren solcher Veranstaltungen. Das war echtes learning by doing.» Während die ISME früher stärker klassikorientiert war, sei durch das Hinzukommen von Jazz, Volksmusik und Musik aus aller Welt eine zeitgemässere, ausgewogenere musikalische Ausrichtung realisiert worden:«Wenn Sie heute junge Instrumentalisten begeistern wollen, können Sie nicht nur die Klassikseite bedienen. Diese heute gefragte Vielseitigkeit kann die ISME anbieten.»

Die Schweiz ist derzeit nicht dabei

Obwohl die Schweiz bei der Gründung der ISME 1953 vertreten war und 1976 den ISME-Kongress in Montreux ausrichtete, dann über den Schweizer Musikrat und später den SMPV in der ISME vertreten wurde, wird sie derzeit von keinem schweizerischen Musikverband in der ISME repräsentiert, sehr zum Bedauern von Schwarzenbach: «die Schweiz hätte sehr viel Gutes beizutragen, und gerade die Jungen könnten von den Chancen einer so vielseitigen Plattform enorm profitieren.»

2012 in Thessaloniki

Vom 15.-20. Juli 2012 wird in Thessaloniki der 30. ISME-Kongress stattfinden. Sein übergreifendes Thema lautet: «Music Paedeia: From ancient Greek philosophers toward global music communities. » Für Sylvia Schwarzenbach wäre der Kongress, vor allem wegen der relativen Nähe des Veranstaltungsortes, eine ideale Gelegenheit, die Verbundenheit der Schweiz mit der ISME wieder aufleben zu lassen: «In Thessaloniki bietet sich gerade für jüngere Kollegen und Kolleginnen die Chance, nachhaltige Kontakte im Rahmen der ISME zu knüpfen.»

Weitere Informationen: www.isme.org

-bt

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22.01.2018 | Hottingersaal, Gemeindestr. 54
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