SMPV ‒ der Weg zur Musik
Schweizerischer
Musikpädagogischer Verband
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Lucas Bennett: Die Kalaidos Musikhochschule wird durch die SAMP und die Kalaidos Fachhochschule getragen. Können Sie uns erläutern, wie die Zuständigkeiten zwischen den beiden Institutionen geregelt sind?

Valentin Gloor: Die SAMP kümmert sich um den operativen Studienbetrieb und liefert das fachspezifische Know-how. Durch die Kooperation mit der Kalaidos Fachhochschule erfüllt sie den Auftrag, den ihr der SMPV in den Stiftungsstatuen mitgegeben hat: Das Angebot bologna-konformer, anerkannter Studiengänge. Die SAMP ist Leistungserbringerin gegenüber der Kalaidos Fachhochschule für die Bachelor-Studiengänge und gegenüber dem SMPV, in dessen Auftrag sie die alten SMPV-Studiengänge zurzeit noch weiterführt. Die Entwicklung von zeitgemässen Weiterbildungsangeboten liegt im Schnittpunkt aller drei Institutionen.

Jakob Limacher: Die Kalaidos Fachhochschule kümmert sich um den hochschulrechtlichen Teil des Betriebs wie Forschung, Studienordnungen, Akkreditierungen usw. Die Zusammenarbeit mit der SAMP entspricht der Praxis in unseren anderen beiden Departementen Wirtschaft und Gesundheit, wo wir ebenfalls Kooperationen mit Fach- und Branchenspezialisten eingehen. Im Falle des Departements Musik ist das eben die Schweizer Akademie für Musik und Musikpädagogik. Sie verfügt über die fachliche Kompetenz und den Bezug zu Branche, zu den Dozierenden und den Studierenden.

Valentin Gloor: Der enge Kontakt zwischen SAMP und Kalaidos Fachhochschule ist auf allen Ebenen sichergestellt; im Stiftungsrat und im Fachhochschulrat für strategische Belange, auf der operativen Ebene und im Bereich der Forschung. In der Kommunikation nach aussen soll für die anerkannten Studiengänge künftig die Bezeichnung «Kalaidos Musikhochschule» gestärkt werden, um die Verankerung auf der Hochschulstufe deutlich zu machen.

Das Modell der musikalischen Berufsausbildung, welches in dem nun akkreditierten Bachelor-Studiengang weiterlebt, ist nicht nur in der Schweiz einzigartig. Kann man aus dem positiven Bescheid der Behörde schliessen, dass der Stellenwert einer zeitlich und örtlich flexiblen Musikausbildung gewürdigt wurde?

Valentin Gloor: Die Einzigartigkeit des Modells wurde im Expertenbericht im Rahmen des Akkreditierungsverfahrens hervorgehoben und durchaus positiv bewertet. Der Fokus der Behörde liegt aber auf einem anderen Punkt: Sie hat mit der Akkreditierung bestätigt, dass dieses Modell dieselbe Qualität erreichen kann und erreicht wie die bestehenden Ausbildungsmodelle an staatlichen Musikhochschulen – und das ist ja absolut entscheidend!

In der Schweiz ist im Musikbereich erst der Master berufsbefähigend. Werden dementsprechend nun zeitnah Masterstudiengänge eingeführt und wenn ja, ab wann kann mit der Aufnahme von entsprechenden Studiengängen  gerechnet werden? 

Valentin Gloor: Die Planung eines Master-Studiums ist im Gang. Unser Ziel ist es, im Sommer 2013 dieses neue Angebot starten zu können.

Jakob Limacher: Beim konsekutiven Master kommt ein zweistufiges Genehmigungsverfahren zur Anwendung. Im Unterschied zur Bachelorstufe muss der Bund hier schon den Start von Masterstudiengängen zunächst bewilligen. Das entsprechende Gesuch können wir jetzt, wo der Bachelor akkreditiert wurde, einreichen. Die zweite Stufe besteht dann auch beim Master wieder in der sogenannten Programmakkreditierung, also dem eigentlichen Akkreditierungsverfahren.

Können derzeit noch Studien zur Erlangung des alten SMPV-Lehrdiploms aufgenommen werden?

Valentin Gloor: Das SMPV-Studium kann gemäss Vereinbarung mit dem SMPV noch bis zum Vorliegen eines Masters-Studiengangs aufgenommen werden. Interessentinnen und Interessenten sind hier oftmals Lehrpersonen, die schon länger an einer Musikschule unterrichten und die noch ein pädagogisches Diplom erwerben möchten, z.B. wegen Änderungen in der kantonalen Musikschulgesetzgebung oder veränderten Richtlinien des Arbeitgebers. Da die individuelle Situation je nach Kanton und Arbeitgeber sehr unterschiedlich sein kann, prüfen wir jeden Fall zusammen im Vorfeld mit den potentiellen Studierenden eingehend und versuchen, eine optimale Lösung zu finden.

Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten in Zukunft anstehenden Herausforderungen für die Musikstudiengänge der Kalaidos Musikhochschule?

Valentin Gloor: Wir werden als Mitbewerber im Bereich der musikalischen Ausbildung ein sehr starkes Profil haben müssen. Personen, für die sich ein berufsbegleitendes Musikstudium anbietet, müssen genau wissen, welchen Gegenwert sie erhalten, zumal die Kosten natürlich ganz deutlich höher liegen als an einer staatlich subventionierten Musikhochschule.

Jakob Limacher: Eine besondere Herausforderung liegt im Aufbau einer musikbezogenen Forschungsabteilung mit einem eigenständigen Profil. Was Forschung an einer Fachhochschule sein und was sie leisten soll, ist im Bereich der Musik eine besonders schwierige und noch weitgehend offene Frage. Hier müssen wir den Austausch mit anderen in- und ausländischen Institutionen pflegen. Für einen privaten Anbieter stellt die Forschungsauflage zudem eine ungleich grössere Herausforderung dar, da wir ja über keinen staatlich finanzierten Forschungsetat verfügen.

Interview: -bt

 

Finanzen und Inhalte

Mit der Bachelor-Akkreditierung hat die SAMP ein wichtiges Etappenziel erreicht. Ihr Auftrag lautet jedoch, ein vollständiges Angebot an anerkannten Studiengängen zur Verfügung zu stellen – dies schliesst einen Master-Studiengang mit ein. Die Entwicklung der Studienpläne und das Akkreditierungsverfahren kosten viel Geld, ebenso wie der Aufbau der Forschung. In Zusammenarbeit mit dem SMPV und mit kräftiger Unterstützung des Förderkreises wird deshalb eine Spenden-Sammelaktion durchgeführt. Der Förderkreis unterstützt die SAMP seit 2009 ideell und finanziell. Unterstützen auch Sie unser Anliegen des lebenslangen Lernens in der Musik und Musikpädagogik? Dann freuen wir uns sehr über Ihre finanzielle Unterstützung!

Förderkreis für die private musikalische Berufsbildung in der Schweiz: PC-Konto 60-634029-5.

 

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22.01.2018 | Hottingersaal, Gemeindestr. 54
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