SMPV ‒ der Weg zur Musik
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Musikpädagogischer Verband
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Ruth Hafen, SMPV-Sektion Zürich – Sie versprüht Elan und Zuversicht an diesem unwirtlichen Samstagnachmittag im Januar. Christine Egerszegi hat Grund zu guter Laune, schliesslich ist sie hier an der Vereinsversammlung des SMPV Sektion Zürich, um eine Erfolgsgeschichte zu erzählen. In ihrem Referat «Wie weiter mit der Förderung der musikalischen Bildung?» wirft sie einen Blick zurück auf den Abstimmungssieg vom 23. September 2012, dem Tag, an dem das Schweizer Volk ein klares Ja zur Initiative «Jugend und Musik» in die Urne legte.

Die wichtigsten Argumente für oder gegen die Initiative resümiert Christine Egerszegi wie folgt: Befürworter unterstreichen die Bedeutung der Musik für die Jugend, sie habe eine positive Wirkung auf Mensch und Gesellschaft; sie sind dafür, weil sie selber positive persönliche Erfahrungen gemacht haben. Weiter ist die Chancengleichheit (Zugang und Finanzierung) ein Argument, und sie messen dem Thema allgemein eine kulturelle Bedeutung zu. Bei den Gegnern punkteten die Argumente, dass Musik nicht in die Verfassung gehöre, keine Priorität habe, zu teuer sei oder dass man mit der heutigen Situation zufrieden sei.

 

Keine Mathi-Ufzgi im Musikunterricht

Egerszegi unterstreicht, dass es nun an der Zeit sei, Musik im Unterricht ernsthaft zu verankern und auch – wie in anderen Fächern – Lernziele zu kontrollieren: «Es kann nicht sein, dass die Schüler Mathi-Ufzgi machen im Musikunterricht.» Unklar ist momentan noch, wo die Förderung der Jugendmusik angesiedelt werden soll, ob in einem neuen Spezialgesetz bei Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der die Bildung neu in seinem Volkswirtschaftsdepartement hat, oder mit einer Anpassung des Kulturförderungsgesetzes bei Bundesrat Alain Berset im Departement des Innern. Egerszegi meint: «Alain Berset macht Dampf, er hat grossen Drive und er fordert konkrete Resultate bis Ende 2013.» Berset habe als begeisterter Pianist einen direkten Draht zum Thema. In der Arbeitsgruppe von Bundesrat Berset, die nun die Umsetzung erarbeiten soll, sitzen neben Ständerätin Egerszegi für die IG «jugend und musik» Vertreterinnen und Vertreter des BAK, der EDK, des schweizerischen Städteverbands, des schweizerischen Gemeindeverbands; vertreten sind auf fachlicher Seite auch der SMR, VMS, KMHS, der Verein j+m sowie die Laienverbände.

Ein Etappenziel ist erreicht, nun muss die Umsetzung zügig erfolgen. Hier ortet Christine Egerszegi einige Problemzonen: Es fehle an Lehrkräften in der Volksschule; zudem bestehe eine markante Lücke bei den Schulmusikern, und was die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten betreffe, meint sie, im Sport funktioniere dies noch besser. Die IG «jugend und musik» wurde Ende Januar aufgelöst, die Verantwortung für die Umsetzung liegt nun wieder beim Schweizer Musikrat, der die Initiative lanciert hat. Christine Egerszegi schliesst ihre Präsentation mit einem Wunsch: «Das hervorragende Zusammenspiel zwischen Profis und Laien soll erhalten bleiben. Das ist für ein gutes Gelingen unerlässlich!»

 

Das steht im neuen Verfassungsartikel

 

Art. 67a (neu) Musikalische Bildung

1Bund und Kantone fördern die musikalische Bildung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen.

2 Sie setzen sich im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für einen hochwertigen Musikunterricht an Schulen ein. Erreichen die Kantone auf dem Koordinationsweg keine Harmonisierung der Ziele des Musikunterrichts an Schulen, so erlässt der Bund die notwendigen Vorschriften.

3Der Bund legt unter Mitwirkung der Kantone Grundsätze fest für den Zugang der Jugend zum Musizieren und die Förderung musikalisch Begabter.

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28.10.2017 | Zürcher Hochschule der Künste, Pfingstweidstr. 96, Zürich
Symposium SMM: Mentales Training für Musiker - Interdisziplinäre Impulse
25.11.2017 | Schaffhausen, Psychiatriezentrum Breitenau
SMPV-Vorspiel für Schülerinnen und Schüler
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