SMPV ‒ der Weg zur Musik
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Musikpädagogischer Verband
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Lucas Bennett:  In der Schweiz ist es seit 100 Jahren möglich, privat Musik zu studieren. Erzähl uns bitte vom geplanten Jubiläumsevent.

Marianne Wälchli: Ich suche 2814 Chorsängerinnen und -sänger, die gemeinsam am 29. Juni um 17.00 Uhr auf dem Bundesplatz in Bern «Va, pensiero» aus Verdis Nabucco singen. Der Chor wird in der Form der Schweiz aufgestellt, und zwar als übergrosses menschliches Notenpapier.

 

L.B. Menschliches Notenpapier?

M. W. Wir bitten die Sängerinnen und Sänger, je nach zugeteiltem Platz weisse oder schwarze Oberbekleidung zu tragen. Von uns erhalten sie dann entsprechend einen weissen oder schwarzen Hut. Die Grundform der Schweiz ist weiss, und die schwarz gekleideten Personen bilden darin fünf Notenlinien, einen Violinschlüssel und eine Achtelnote.

 

L.B. Der Jubiläumsevent ist ja auch ein Fundraisingevent. Was kostet ein Chorplatz, und was erhält man für diesen Betrag?

M.W. Ein Platz in diesem einmaligen Jubiläumschor kostet Fr 25.-, wobei zusätzliche Spenden natürlich hochwillkommen sind. Dafür erhält man einen Platz im Chor, Zugriff auf die Noten als pdf und auf eine mp3-Datei mit der zu lernenden Stimme, das Anrecht, an der Vorprobe und der Aufführung unter professioneller Leitung teilzunehmen, den besagten Hut – und eine Spendenbestätigung.

 

L.B. Geprobt wird also nur am Tag des Events?

M.W. Genau. Man hat ja die Noten und die Audio-Datei und kann sich selbstständig vorbereiten. Am Tag selbst finden ein Einsingen und eine Vorprobe in Gruppen von 200 bis 300 Personen unter der Leitung von Gesangspädagoginnen und -pädagogen statt. Sobald die musikalische Schweiz aufgestellt ist, gibt es einen Probedurchlauf, bevor dann der eigentliche Jubiläumschor ertönt.

 

L.B. Der Gefangenenchor auf dem Bundesplatz – ist das als leicht subversive Geste zu verstehen?

M.W. Nein, gar nicht. In der Schweiz dürfen Gedanken eben frei fliegen und ungewöhnliche Projekte können realisiert werden. Das gilt für diesen Jubiläumsevent genauso wie für das private Musikstudium selbst.

 

L.B. Warum engagierst du dich so sehr für den Erhalt dieser Ausbildungsmöglichkeit?

M. W. Lebenslanges Lernen ist sehr wichtig. Ich finde, dass man auch im Musikbereich die Wahl haben sollte, wann, bei wem und wo man studiert.

Als Sängervertreterin durfte ich ja an den Bachelor- und Masterplänen der Kalaidos Musikhochschule mitarbeiten. Wir haben dabei sehr darauf geachtet, dass unsere Studierenden nicht einfach ECTS Punkte sammeln müssen, sondern für ihr zukünftiges Berufsfeld sinnvolle Fächer belegen. Die erwarteten Studierenden haben ja meist schon einen ersten Beruf erlernt. Da ist es besonders wichtig, ihre Vorbildung einzubeziehen und ihnen massgeschneiderte Studienpläne anbieten zu können, die dann zu den für alle verbindlichen Kompetenzen führen. Ich finde das Gefäss also sehr gut!

Gerade für die Musikpädagogik kann zusätzliche Lebenserfahrung hilfreich sein; insofern kann ein Musikstudium auf dem zweiten Bildungsweg durchaus Sinn machen. Das flexible private Studium erlaubt es aber bei entsprechender Begabung auch, ein Doppelstudium aufzunehmen.

 

L.B. Du hast an der diesjährigen Delegiertenversammlung des SMPV gesagt, die SAMP werde in drei bis fünf Jahren selbsttragend sein, und du hättest die Aufgabe, bis dahin rund eine halbe Million Franken für den Auf- und Ausbau der neuen Studiengänge zu finden. Du planst sicher weitere Aktivitäten?

M.W. Ich hoffe, dass ab der zweiten Jahreshälfte zahlreiche Benefizkonzerte für die SAMP gegeben werden. Ich biete den Kolleginnen und Kollegen Hilfe in der Konzertorganisation an, die Konzerte werden dann auf www.musicalacarte.ch beworben, wobei wir dort auch die Lebensläufe der Musikerinnen und Musiker publizieren können. Interessierte dürfen sich gerne bei mir melden. Dann verteilen wir natürlich weiterhin unseren Spendenprospekt «Vielfalt und Individualität in der musikalischen Berufsausbildung», und ich habe weitere Ideen, die aber noch nicht spruchreif sind.

 

L.B. Danke für das Gespräch und viel Erfolg!

M.W. Danke!

 

Marianne Wälchli ist Fundraisingverantwortliche der Stiftung Schweizer Akademie für Musik und Musikpädagogik SAMP und akkreditierte Dozentin für Gesang an der SAMP.

 

Anmeldung für den Jubiläumsevent:

Auf http://www.musicalacarte.ch oder mit dem Anmeldeformular (die Flyer können im Studiensekretariat SAMP, Postfach 3811, 5001 Aarau bezogen werden oder via

E-Mail bei marianne.waelchli@samp-asmp.ch).

Sobald man den Betrag von mindestens Fr. 25.- mit dem Vermerk «Jubiläumschor Bundesplatz» aufs Spendenkonto SAMP, PC 45-404585-4 überwiesen hat, erhält man seine Platznummer und die Links zu den Noten und der mp3-Datei.

 

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Workshop: Instrumentales Lernen in der Gruppe
22.01.2018 | Hottingersaal, Gemeindestr. 54
Schülerkonzerte der Sektion Zürich
26.01.2018 | Hottingersaal, Gemeindestr. 54
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