SMPV ‒ der Weg zur Musik
Schweizerischer
Musikpädagogischer Verband
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«Der wenige Ruhm, den mir die Welt meines Spiels wegen auf dem Pianoforte gegeben, ermunterte mich auch um die gnade zu bitten mir die königl. famill zum musikalischen Unterricht allergnädigst anzuvertrauen.» Dies schrieb Mozart an den Erzherzog Franz in Wien im Mai 1790. Schon vor mehr als zweihundert Jahren bot sich der grosse Musiker so als Lehrer an, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten (oder auch um seinen angeblich aufwendigen Lebensstil zu finanzieren). Mozart unterrichtete Schüler, um neben Kompositionsaufträgen eine zusätzliche Einkommensquelle zu haben.

Heute lebt ein guter Teil der Musikerinnen und Musiker vom Unterrichten. Viele sind an den vor rund 40 Jahren entstandenen Musikschulen angestellt, viele unterrichten teilweise oder ganz auf privater Basis zu Hause oder in einem Atelier. Von den 559 Aktivmitgliedern der Sektion Nordwestschweiz geben im laufenden Jahr 101 Musiklehrpersonen an, auch privat Schülerinnen und Schüler zu suchen. Stellen an Musikschulen sind begehrt; oft werden auch nur kleine Pensen unterrichtet. Musiker müssen ihr Einkommen heute sehr flexibel und an verschiedensten Arbeitsstellen erwerben. Der Privatunterricht ist häufig eine Ergänzung zu andern Beschäftigungen. Nichtsdestotrotz schätzen viele Musiker dieses freischaffende Unterrichten, und Schülerinnen und Schüler gehen immer noch gerne zu einer Lehrperson nach Hause, um ein Instrument zu erlernen. Warum entscheiden sie sich für eine privat unterrichtende Lehrperson? Dafür gibt es viel Gründe: Örtliche Nähe, persönliche Bekanntschaft, persönliche Lehrerwahl, familiäre Atmosphäre, flexible Pensen oder eine lange Warteliste an der Musikschule.  

Die Kosten für eine Privatstunde liegen indessen meist höher als die Musikschultarife. Andererseits kann das Richthonorar für den Privatunterricht, welches der Verband jährlich publiziert, von den im freien Musikunterrichtsmarkt agierenden Lehrerinnen und Lehrern oft bei weitem nicht verlangt werden. Viele Familien sehen sich nicht in der Lage, hohe Bildungsausgaben zu tätigen, zumal der Musikunterricht heute oft nur eine von etlichen Freizeitbeschäftigungen ist. Deshalb gewähren viele Lehrpersonen Vergünstigungen und kommen den Schülern finanziell entgegen, was für sie jedoch eine finanzielle Einbusse bedeutet.

Der Förderverein zugabe möchten diesen Schwierigkeiten im Privatunterricht entgegenwirken. Wir sind der Meinung, dass qualifizierter Unterricht angemessen bezahlt sein muss. Aus diesem Grund können Instrumental- und Gesangsschülerinnen und -schüler oder deren Eltern bei unserem Verein ein Gesuch für einen Teilkostenbeitrag an ihre Musikstunde stellen. Voraussetzung dafür ist, dass die betreffende Lehrperson Mitglied der SMPV-Sektion Nordwestschweiz ist. Gesuche werden bewilligt, wenn eine Familie nachweisen kann, dass sie finanziell an Grenzen stösst. Der Beitrag durch zugabe wird für ein Jahr zugesprochen und vierteljährlich der Lehrperson ausbezahlt. Die 40 Franken an eine volle Lektion stellen nur einen Teilbetrag dar. Das restliche Honorar müssen Schülerinnen und –schüler, bzw. deren Eltern, selber aufbringen. Mit diesem Verfahren, das man mit einer Subventionierung des privaten Unterrichts vergleichen kann, machen wir seit vier Jahren ausgezeichnete Erfahrungen.

In der 120-jährigen Verbandsgeschichte standen immer sowohl die Förderung des musikalischen Lebens wie auch der Schutz des Musiklehrerberufes im Zentrum (vgl. Musikerziehung in der Schweiz, Festschrift 100 Jahre SMPV, 1993, S. 208). Bildung, und insbesondere die musikalische Bildung, hängt immer stark von der wirtschaftlichen Lage einer Gesellschaft ab. Unser Verband hatte in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten immer wieder für gute Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Zugabe steht ganz in dieser «doppelspurigen» Tradition. Heute würde man vielleicht von einer «Win-win-Situation» sprechen: Wir ermöglichen Schülerinnen und Schülern Musikunterricht zu angemessenen Bedingungen für die Lehrpersonen.

 

(Kasten)

Der Förderverein zugabe ist ein gemeinnütziger Verein und trägt seine Mittel aus privaten Spenden und Stiftungsbeiträgen zusammen. Eine Gönner-Plus-Mitgliedschaft für Fr. 1600.- ermöglicht einem Musikschüler ein Jahr lang vergünstigten Unterricht.

Bis zum 31. Juli 2013 können von Musikschülerinnen und -schülern, resp. deren Eltern, über www.foerdervereinzugabe.ch Gesuche eingereicht werden. Auf unserer Homepage finden Sie alle Unterlagen und zusätzliche Informationen. Jede Spende auf das Konto

PC 60-652397-1 wird dankbar entgegengenommen.


 

Termine unserer Sektion

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Termine anderer Sektionen

22.12.2017 | Kapelle Klus, Asylstr. 130, 8032 Zürich
Lehrerkonzert in der Kapelle Klus
12.01.2018 | Hottingersaal, Gemeindestr. 54
Schülerkonzerte der Sektion Zürich
20.01.2018 | Bahnhofplatz 70-72, Frauenfeld
Workshop: Instrumentales Lernen in der Gruppe
22.01.2018 | Hottingersaal, Gemeindestr. 54
Schülerkonzerte der Sektion Zürich
26.01.2018 | Hottingersaal, Gemeindestr. 54
Schülerkonzerte der Sektion Zürich
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