SMPV ‒ der Weg zur Musik
Schweizerischer
Musikpädagogischer Verband
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Jobrotation als Musiklehrperson

Die meisten Musiklehrkräfte durchleben mehrere Semester hinter einander mit wechselnden Pensen, ja oft sogar mit dem Wechsel von Anstellungen in andere Musikschulen. Privatstunden gehören als Einkommensergänzung oder als Haupteinkommen dazu. Die Berufserfahrung sammelt sich an als Erfahrungsjahre in Musikschulen, d.h. als institutionell erworbene Erfahrungsjahre und als Berufserfahrung in Privatstunden, welche ausserhalb einer Institution erworben wurde. Je nach Instrument variieren die Anstellungschancen; Gitarre, Klavier oder Flöte haben bessere Chancen auf feste Pensen über mehrere Semester hinweg als Harfe oder Fagott. Können Musiklehrkräfte ihre gesamte Berufserfahrung – institutionell erworbene und im Privatunterricht erworbene – so nachweisen, dass die gesamte Berufserfahrung bei einer Neuanstellung anerkannt wird und der Lohn höher ist?

 

Profil über den Berufsverband

Andere Berufsfelder – zum Beispiel Logopädie, Psychotherapie, Beratung – haben ähnliche Ausgangslagen. Was muss erfüllt sein, damit «privat», d.h. ausserinstitutionell erteilte Stunden anerkannte Berufsarbeit sind, die als solche entschädigt wird? Meist werden erteilte Stunden von Privaten zu Privaten abgegolten. Damit die Nachfrage erhalten bleibt, integrieren sich Berufsleute in einen Berufsverband – mit hohen Hürden. Aber dieser erhöht ihr Ansehen, weil der Berufsverband als Garant für bestimmte Qualitäten – Diplom, Weiterbildung, Bekenntnis zum Berufskodex, Leumund u.a.m. – in der Öffentlichkeit auftritt. In diesem Interesse publizieren die Berufsverbände ihre Mitglieder mit Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme für interessierte Kund/innen. Das Verzeichnis für Privatlehrpersonen des SMPV steht ganz in dieser Linie. Man gelangt zu den Musiklehrkräften, sieht ihre Homepage, ihre Berufserfahrung und Auftrittskompetenz.

Der Berufsverband fördert nicht nur seine Mitglieder. Sein vitales Interesse ist der Schutz des Berufes selbst. Berufsleute können Standards formulieren und diese über den Verband auf dem Weg der Verhandlung und/oder über die Öffentlichkeit einfordern. Sie können sich über einen Verband mit organisierter und geeinter Stimme für Verbesserungen in der beruflichen Alltagspraxis einsetzen. Im Verband sammelt sich das Wissen um die beste Praxis. Nicht immer vertreten Institutionen, zum Beispiel Musikschulen, deren Finanzierung und Organisation ihre eigenen kommunalen Hintergründe haben, die Interessen der Berufsleute. Wie viele Minuten hat eine Lektion? Wie viel Raum darf eine Musiklehrperson für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts in Anspruch nehmen? Die Praxis kann nicht ideale Bedingungen bieten, aber sie kann sich darauf zu bewegen. Der Verband artikuliert die beste Praxis und fordert sie ein. Er steht für innovative Ansätze und verschafft ihnen eine Stimme. Der Verband ist Spezialist, er verschafft dem Beruf das Alleinstellungsmerkmal – und er verteidigt es.

 

Qualität im Unterrichten

Musikschulen machen etwas Ähnliches. Sie geben sich ein Leitbild, eine klare Leitungs- und Ablauforganisation und sichern die Qualität ihres Angebotes. Dazu gehört auch, dass sie bei der Anstellung von Lehrkräften den Nachweis von qualitativ hochwertiger Berufserfahrung verlangen, zum Beispiel dadurch, dass Lehrkräfte ein Portfolio mitbringen und/oder vorspielen. Dazu gehört auch, dass unzufriedene Schülerinnen, Schüler oder Eltern sich bei der Schulleitung beschweren können. Weiter gehört die kontinuierliche Weiterentwicklung der Lehrkräfte dazu, welche über die Mitarbeiterbeurteilung dokumentiert wird. Letztlich ist es dieses Eingebundensein in eine Institution, durch die anerkannte Berufserfahrung zustande kommt. Soll der Privatunterricht demnach keine anerkannte Berufserfahrung sein?

Privatmusiklehrkräfte können sich den Berufsverband als «Institution im Rücken» geben. Der SMPV stellt ihnen zum Beispiel ein Muster für einen Vertrag mit den Unterrichtsnehmenden zur Verfügung. Darin legen sie Ziele, Umfang, Zeit, Spielregeln für Ausfallstunden u.a.m. fest. Für die Lehrkräfte ist der Vertrag mehr als «nur» eine verbindliche Abmachung mit den Schülerinnen und Schülern, wenn dazu auch die Dokumentation der abgehaltenen Stunden und ein einfacher Nachweis der Kundenzufriedenheit vorliegt. Dann ist er Nachweis von erworbener Berufserfahrung. Ein weiteres wichtiges Element ist die Beschwerdeinstanz. Überall, wo professionell in Zweiersituationen gearbeitet wird, besteht ein Risiko für Übergriffe. Diese können bewusst, unabsichtlich oder vermeintlich geschehen. Gegen solche Leid bringenden oder Ruf schädigenden Situationen ist niemand gefeit. Die Qualität des Privatunterrichts weist sich auch dadurch aus, dass Musiklehrkräfte im Privatunterricht eine Beschwerdeinstanz bezeichnen, an die sich jede Person wenden kann und die professionell und neutral handelt. Auch das Angebot einer Beschwerdestelle könnte zum Berufsverband gehören, weil die Verteidigung des Berufsbildes eins seiner obersten Ziele ist.

Der Privatunterricht auf dem Weg zur anerkannten Berufserfahrung – ist er schon dort? Käme er mit wenigen Neuerungen leicht da hin? Die Sektion Zürich des SMPV freut sich über eine Diskussion.

Für den Vorstand SMPV Sektion Zürich: Myrtha Meuli

Termine unserer Sektion

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09.09.2017 | Bern
Musizierstunde der Sektion Bern
10.09.2017 | Schloss Klingenberg, 8505 Homburg
Matinee des SMPV Thurgau
15.09.2017 | Thun
Musizierstunde der Sektion Bern
16.09.2017 | Schaffhausen Museum zu Allerheiligen
SMPV MusikerInnen bespielen die Räume des Museums zu Allerheiligen
28.10.2017 | Zürcher Hochschule der Künste, Pfingstweidstr. 96, Zürich
Symposium SMM: Mentales Training für Musiker - Interdisziplinäre Impulse
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