SMPV ‒ der Weg zur Musik
Schweizerischer
Musikpädagogischer Verband
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Lucas Bennett: Thomas, du bist seit 1. Januar diese Jahres neuer Leiter der Schweizerischen Akademie für Musik und Musikpädagpogik (SAMP) und des Departements Musik der Kalaidos Fachhochschule. Was hat für dich den Ausschlag gegeben, dich dieser Aufgabe anzunehmen?

Frank-Thomas Mitschke: Ich verspürte nach 18 Jahren meiner  Tätigkeit als Leiter der Musikschule Leipzig Lust auf eine neue Herausforderung, insbesondere auch darauf, nicht etwas Fertiges vorzufinden, sondern an der Gestaltung und Entwicklung eines sich stetig fortentwickelnden Projektes, wie es bei SAMP und Kalaidos gegeben ist,  mitarbeiten zu können.

L.B.: Wie bist du an der Hochschule, und ganz allgemein in der Schweiz aufgenommen worden?

F.-T. M.: In der Schweiz bin ich sehr nett aufgenommen worden. Ich habe viele motivierte und qualifizierte Kolleginnen und Kollegen und freue mich, nunmehr 40 Tage nach meinem offiziellen Beginn, immer noch über meine Entscheidung (und über die des Stiftungsrats), die Leitung von SAMP/Kalaidos Music zu übernehmen.

L.B.: In den Berufsstudien an der Kaialdos Musikhochschule lebt die über hundertjährige Tradition der privaten musikalischen Berufsausbildung in der Schweiz fort. Der Weg dahin war lang, nun ist die Überführung ins Bologna-System gelungen. Wie stellt sich das jetzige Studienangebot dar und welches sind seine Vorteile?

F.-T. M.: Zunächst möchte ich sagen, dass ich grössten Respekt vor der bisher geleisteten hervorragenden Arbeit aller Beteiligten habe. Das gilt natürlich ganz besonders für die Aufbauarbeit des Gründungsrektors Valentin Gloor. Jener ist es zu verdanken, dass heute die Bachelorstudiengänge Klassik und BA Jazz/Popular Music, sowie die Masterstudiengänge Musikpädagogik Klassik und Jazz/Popular Music sowie Performance an der Kalaidos Musikhochschule studiert werden können. Es besteht die Möglichkeit, Studien individuell auszugestalten und Studienabschlüsse zu erwerben, die national und international anerkannt sind. Besondere Erwähnung verdienen die Alleinstellungsmerkmale des Studiums an der Kalaidos Musikhochschule: Erstens besteht  keinerlei Altersbegrenzung, weder für Studierende noch für Dozierende. Studierende, die einen beruflichen Wechsel anstreben, sind bei uns willkommen. Zweitens besteht bei uns eine Studienplatzgarantie: eine bestandene Zulassungsprüfung garantiert automatisch einen Studienplatz!

L.B. Die Berufsausbildung an der Kalaidos Musikhochschule ist, wie du eingangs angesprochen hast, ein «work in progress» im besten Sinne. Welche Prioritäten siehst du für die nähere Zukunft?

F.-T.M. Wir müssen ein aktives Marketing betreiben, um die Hochschule breit bekannt zu machen. Wir müssen vor allem die Marke «Kalaidos Musikhochschule» nach vorne bringen und am Hochschul-Markt etablieren. Dann geht es auch darum, unser Profil zu schärfen. Mir schwebt eine sehr starke Ausrichtung an den späteren Berufsfeldern vor. Dabei steht die Überlegung im Vordergrund, dass wir ja nicht einfach Absolventen entlassen, sondern Musikerinnen und Musiker  in den Arbeitsmarkt bringen wollen. Ein weiteres Stichwort ist die notwendige Vernetzung;  wir brauchen starke Partner, gerade auch aus den späteren Berufsfeldern. Wir müssen deshalb engen Kontakt zu Musikschulen, zum SMPV, zu Laienmusikverbänden, aber auch zu Orchestern und Chören halten. In derm argovia philharmonic wurde bereits ein sehr guter und kreativer Partner gefunden, mit dem zu den Mendelssohn-Tagen in Aarau ein guter Einstieg in eine Kooperation gegeben ist. Innerhalb der Hochschule schliesslich möchte ich die Kommunikation stärken. In der Umsetzung befindet sich die Einrichtung eines Rektorats mit den Studiengangsleitern (Xavier Pfarrer, MA Performance, Alain Dobler, MA Pädagogik, Frank-Thomas Mitschke, BA (Anm. d. Red.)) sowie einer Departementsleitung aus Rektorat und Vertretern von Konvent, Forschung und Studierenden.

L.B.: Welche Entwicklungsmöglichkeiten siehst du beim Studienangebot?

F.-T.M.: Hier steht für mich die Konzeption eines Weiterbildungsangebots mit Nachdiplomstudiengängen im Vordergrund. Ein solches Angebot kann auch zur Profilschärfung und zur Stärkung des Bekanntheitsgrades beitragen. Es soll dabei keine Abgrenzung stattfinden, sondern es sollen nach Möglichkeit Kooperationen mit anderen  Musikhochschulen eingegangen werden;  gemeinsame Angebote in Teilbereichen könnte ich mir gut vorstellen. Auch ist zu prüfen, ob gemeinsamer Angebote mit den anderen Departementen der Kalaiods Fachhochschule (Wirtschaft und Gesundheit, Anm. d. Red.) möglich und sinnvoll sind. Wir sind auf das Know-how vieler kompetenter Menschen angewiesen, und ich bin sehr offen für Ideen und Anregungen zu Nachdiplomstudiengängen.

L.B.: Das Fundraising bleibt unverändert wichtig für die Entwicklung der Hochschule. Welche Akzente möchtest du hier setzen?

F.-T.M.: Ich sehe die Chance, eine gefühlsmässige Beziehung von Spendern und Sponsoren zu zur Schule aufzubauen. Hier könnte die Tatsache, dass wir die einzige Musikhochschule mit Verankerung im Kanton Aargau sind eine Möglichkeit bieten, auch langfristige Unterstützer zu gewinnen. Wünschenswert scheint mir auch der Aufbau eines Freundeszirkels zur Unterstützung der Arbeit der SAMP/Kalaidos Musikhochschule. Natürlich bin ich auch immer gerne bereit, sämtliche Ideen zu Sponsoring und Zusammenarbeit im Gespräch zu erörtern. Gerne weise ich bei dieser Gelegenheit auch darauf hin, dass Spenden an die SAMP, eine steuerbefreite Stiftung, steuerlich absetzbar sind. Unsere effiziente, kostensparende  Verwaltungsstruktur gewährleistet, dass Spenden direkt der Sache zugutekommen. Über unseren Unterstützungsfonds können zudem auch Zuwendungen an Studierende erfolgen.

Kontakt: frank-thomas.mitschke@kalaidos-fh.ch

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15.09.2017 | Thun
Musizierstunde der Sektion Bern
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SMPV MusikerInnen bespielen die Räume des Museums zu Allerheiligen
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