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Die meisten Studierenden müssen neben dem Studium arbeiten

77% aller Studierenden in der Schweiz arbeiten laut Zahlen des Bundesamtes für Statistik neben ihrem Studium, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Der minimale jährliche Bedarf pro Jahr wird dabei vom Bund auf Fr. 24‘000.-, bzw. 2‘000.- pro Monat veranschlagt. Eine Entlastung bringen können – je nach den Möglichkeiten des familiären Umfelds – vor allem die finanzielle Unterstützung der Eltern. Benachteiligt sind indessen diejenigen Studierenden, deren Umfeld nicht in der Lage ist, eine entsprechende finanzielle Unterstützung zu leisten. Diese Studierenden müssen entsprechend mehr arbeiten, was sich unter anderem ungünstig auf die Studienzeit und die Leistungen auswirken kann – wenn denn überhaupt genügend Mittel für die Ausbildung erarbeitet werden können, um sie in Angriff nehmen zu können. Immerhin müssen 5% aller Studierenden ihr Studium aus finanziellen Gründen abbrechen.

 

Das Stipendienwesen in der Schweiz – ein föderaler Flickenteppich

Eine weitere Entlastung kann durch Stipendien, also Ausbildungsbeiträge der öffentlichen Hand erfolgen. Doch bestehen hier in der ganzen Schweiz grosse Diskrepanzen: Da das Stipendienwesen derzeit Sache der Kantone ist, zeigt sich bei der Höhe der Beiträge, sowie beim prozentualen Anteil der Studierenden bzw. der Bevölkerung, die in den Genuss einer Unterstützung kommen, je nach Kanton ein ganz unterschiedliches Bild. So werden laut Angaben des VSS etwa im Kanton Zürich durchschnittlich 3‘800 Franken pro Semester an 0,3% der Bevölkerung ausgerichtet, während im Kanton Neuenburg durchschnittlich 1‘200 Franken an 0,1% der Bevölkerung vergeben werden. Weiteres Beispiel: Die Pro-Kopf-Förderung im Kanton Jura beträgt 87 Franken, im Kanton Schaffhausen hingegen nur 17 Franken. Das bedeutet, dass der Zugang zur Bildung ganz wesentlich vom Wohnort der Studierenden abhängt, statt von der tatsächlichen finanziellen Situation oder den Kompetenzen der betroffenen Person.

 

Stipendieninitiative will für alle Kantone verbindliche nationale Regelung

Die Stipendieninitiative, die vom Verband der Schweizer Studierendenschaften 2010 lanciert und am 20. Januar 2012 eingereicht wurde, verlangt die schweizweite Harmonisierung des Stipendienwesens: der Bund soll die Kompetenz erhalten, einheitliche Richtlinien zu erlassen, die neu für alle Kantone gelten würden. Kern der Vorlage ist die Bestimmung, dass durch die ausgerichteten Beiträge (nebst einer Nebenerwerbstätigkeit und allfälliger familiärer Unterstützung) während der Dauer von anerkannten Erstausbildungsgängen der tertiären Stufe ein minimaler Lebensstandard der Studierenden gesichert werden soll.

Den Initianten schwebt bei der Höhe der künftigen Stipendien eine Grössenordnung von Fr. 1‘000.- pro Monat vor, also die Hälfte der geschätzten Lebenshaltungskosten, die an rund 20% der Studierenden, welche ökonomisch benachteiligt sind, ausgerichtet würden. Die zusätzlichen Kosten von etwa 450 Millionen Franken sind aus Sicht der Initianten mehr als gerechtfertigt; ein gut ausgebautes Stipendienwesen komme mittel- bis langfristig nicht zuletzt der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zugute.

 

Die Delegiertenversammlung des SMPV vom 28. März 2015 hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Initiative, über die am 14. Juni abgestimmt wird, zur Annahme zu empfehlen.

 

Lucas Bennett

 

Weitere Informationen unter: www.stipendieninitiative.ch

Spendenkonto: 30-520177-3

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