SMPV ‒ der Weg zur Musik
Schweizerischer
Musikpädagogischer Verband
DE   FR   IT

3. 5. 2020

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen
 
Am 29. April hat der Bundesrat die Massnahmen zum Corona-Virus weiter gelockert, und ab dem 11. Mai darf an Musikschulen wie auch im privaten Musikunterricht wieder Präsenzunterricht stattfinden. Zeitgleich hat der Bundesrat die Rahmenbedingungen zum Schutzkonzept der Schulen verabschiedet.
 
Es dürfen alle Altersgruppen unterrichtet werden. Bei Risikogruppen ist aber an die Eigenverantwortung der Beteiligten zu appellieren. Die Entscheidung muss in jedem Einzelfall nach Abwägung von Nutzen und Risiken getroffen werden und es müssen gegebenenfalls besondere Schutzmassnahmen getroffen werden, wie z.B. die Einhaltung eines grösseren Abstandes, das Tragen von Hygienemasken, das Aufstellen von Plexiglasscheiben und anderes.
 
Um den Schutz von Lehrer*innen und ihren Schüler*innen zu gewährleisten, sind laut Auskunft des BAG folgende Punkte zu beachten:
 
Es müssen jederzeit die Verhaltens- und Hygienemassnahmen eingehalten werden (https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/so-schuetzen-wir-uns.html):
Jederzeit zwei Meter Abstand zwischen den Personen
Kein Händeschütteln oder Körperkontakt
Häufiges Händewaschen
Husten oder Niesen in die Armbeuge
Bei Krankheitssymptomen zu Hause bleiben
 
Es dürfen grundsätzlich alle Fächer ohne fachspezifische Auflagen in Präsenz unterrichtet werden. Ausgenommen sind Blasinstrumente und Gesang; hier wird neu ein Mindestabstand von drei Metern empfohlen. Die regulären Hygiene- und Distanzregeln (siehe oben) sind stets zu beachten.
 
Einzelunterricht ist in jedem Falle erlaubt, Gruppen- oder Ensembleunterricht ist aber auf bis zu fünf Personen beschränkt, d.h. 4 Schüler*innen und eine Lehrperson.
Somit können bis auf weiteres keine Chor-, Ensemble-, Band- oder Orchesterproben mit mehr als fünf Personen stattfinden.
 
Alle Veranstaltungen wie Vorspielstunden oder Klassenstunden oder ähnliches bleiben bis auf weiteres untersagt.
 
Um den Mindestabstand von zwei bzw. drei Metern immer gewährleisten zu können, ist aufgrund der Erfahrungen in anderen Branchen eine Mindestraumgrösse von 4m2 Fläche pro Person für alle Instrumente ausser Blasmusikinstrumente und Gesang zu empfehlen. Das entspricht einer Raumgrösse von 8 m2 ohne Mobiliar im Einzelunterricht.
Im Blasinstrumenten- und Gesangsunterricht ist jederzeit ein Mindestabstand von drei Metern zwischen Lehrer*in und Schüler*in einzuhalten und somit ein entsprechend grösserer Raum vorzusehen.
Ist Ihr Atelier eng bemessen, können Sie mit baulichen Massnahmen wie zum Beispiel Plexiglasscheiben den Schutz der Beteiligten gewährleisten. Allerdings sind Räume unter 8 m2 nicht empfehlenswert.
Die Räume sind mit Vorteil nach jeder Lektion zu lüften. Zudem sind Oberflächen, Türklinken, WCs und andere Objekte, die von mehreren Personen berührt und benützt werden, öfters zu reinigen.
 
Instrumente, die von mehreren Personen benützt werden, sollen nach jeder Lektion mit Desinfektionsmittel gereinigt werden.
 
Halten Sie Ihre Schüler*innen dazu an, vor und nach jeder Stunde die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen und gehen Sie mit gutem Beispiel voran.
 
Beachten Sie allfällige weitere Massnamen und Empfehlungen, die in Ihrem Kanton gelten.
 
Neu muss jede freischaffende Lehrperson über ein schriftliches Schutzkonzept verfügen, welches aufzeigt, wie die vorgegebenen Massnahmen konkret umgesetzt werden. Marianne Wälchli, Präsidentin der Sektion Bern, ist daran, ein solches für den Kanton Bern zu erarbeiten, welches dann für andere Kantone angepasst werden kann. Wir werden Ihnen vor dem 11. Mai ein auf Ihren Kanton zugeschnittenes Musterschutzkonzept zustellen. Sie sind verpflichtet, ein solches zu besitzen und bei einer etwaigen Kontrolle vorweisen zu können, ansonsten riskieren Sie eine Busse.
 
Bei den EO-Entschädigungen hat nun das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) die Bedingungen für Musiklehrer*innen geändert. Da Musiklehrer*innen aus Sicht des Amtes zwar von einem Präsenzunterrichtsverbot betroffen waren, aber (zumindest teilweise) auf Online-Unterricht ausweichen konnten, sollen sie nun für die gesamte Periode nur in den Genuss der Erwerbsausfall-Entschädigung (EO) für indirekt Betroffene kommen. Das bedeutet konkret, dass Ihr Jahreseinkommen für 2019 mehr als 10'000 Franken betragen muss, 90'000 Franken aber nicht überschreiten darf, damit Sie von EO-Entschädigungen profitieren können.
Da dies eindeutig eine nachträgliche Leistungsverschlechterung ist, sind wir diesbezüglich mit unseren Partnern in Kontakt und prüfen mögliche Schritte.
 
Da EO-Entschädigungen niemals den erlittenen Erwerbsausfall aufwiegen, empfehlen wir allen, den Nothilfefonds der Suisseculture Sociale zu beanspruchen. Er wurde als Hilfe für Kulturschaffende und Musiklehrer*innen geschaffen und steht ihnen zur Verfügung. Das erhaltene Geld muss nicht zurückbezahlt werden.
Sie können über das Portal nothilfe.suisseculturesociale.ch das Gesuch um Nothilfe nach Art. 6 und 7 der COVID-Verordnung Kultur stellen. Gesuche können ausschliesslich über das Online-Formular angenommen werden. Voraussetzung für das Einreichen eines Gesuches um Nothilfe bei Suisseculture Sociale ist, dass bereits ein Gesuch um Erwerbsausfallsentschädigung (EO-Entschädigung für Selbständigerwerbende) gemäss COVID-19-Verordnung Erwerbsausfall bei Ihrer Ausgleichskasse gestellt wurde (es ist dabei unerheblich, ob das Gesuch gutgeheissen wurde oder nicht, Sie müssen einfach bezeugen, dass Sie eines gestellt haben, z.B. mit einem Screenshot Ihres Gesuches), dass Sie Ihren Wohnsitz in der Schweiz haben und mit ihrer kulturellen und musikpädagogischen Tätigkeit mindestens die Hälfte des Lebensunterhaltes finanzieren oder mindestens die Hälfte der Normalarbeitszeit für die kulturelle und musikpädagogische Tätigkeit einsetzen.
Gemäss der Leistungsvereinbarung mit dem Bundesamt für Kultur und Pro Helvetia darf Suisseculture Sociale nur bis zum 20. Mai 2020 Gesuche entgegennehmen. Falls Sie also das Gesuch noch nicht gestellt haben, ist etwas Eile geboten. Die Nothilfe beträgt höchstens 196 Franken pro Tag und muss nicht zurückgezahlt werden.
 
Zudem haben einige Kantone begonnen, Ausfallsentschädigungen für Kulturschaffende zu leisten. Wir werden einen Überblick über sämtliche Kantone zusammenstellen und Ihnen baldmöglichst zukommen lassen. Dieser Antrag muss ebenfalls bis zum 20. Mai gestellt werden.
 
Es wurde in letzter Zeit verschiedentlich kommuniziert, dass man sich zwischen Kurzarbeit und EO entscheiden müsse und nicht beides gleichzeitig beantragen könne. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hat uns hingegen am 30. April darüber informiert, dass laut Auskunft der Amtsdirektoren «keine Probleme beim Vollzug von Kurzarbeit und EO in Kombination bekannt seien bzw. dass die Instrumente auch in Kombination funktionieren würden». Dieser Auskunft folgend kann Kurzarbeit und EO, so die Schlussfolgerung des SGB, gleichzeitig beantragt werden.
 
Schliesslich weisen wir Sie gerne auf unseren Ratgeber für Online-Unterricht hin, der nützliche Hinweise für den Umgang mit digitalen Medien im Präsenzunterricht enthält. Sie finden ihn hier: http://smpv.ch/zv_ratgeber_onlineunterricht.cfm
 
 
Falls Sie noch weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
 
Wir wünschen Ihnen einen guten Übergang zum Präsenzunterricht und wünschen Ihnen, dass Sie weiterhin gesund bleiben!
 
Beste Grüsse
Annette Dannecker und Paola De Luca
Co-Präsidentinnen SMPV

20. Jun. 2020 | Kantonsschule Plessur, Chur
Chorleitungskurs II
Komplette SMPV Agenda
Der SMPV ist der grösste schweizerische Be­rufs­verband im Bereich Mu­sik und Bildung. Er be­steht aus einem Zentral­verband und 15 re­gio­nalen Sektionen. Er bie­tet seinen Mit­gliedern ein breites Spektrum an Dienstleistungen an und setzt sich für ihre be­ruf­lichen Interessen ein.

Besuchen Sie den SMPV auf Facebook
Impressum | Kontakt